Thema:

Infrastruktur

Eines der großen Themen in unserer Gemeinde ist das Thema Infrastruktur.

Es vergeht keine Sitzung der Gemeindevertreter, in der wir uns nicht mit Neubaugebieten, neuen Einrichtungen, Straßenbau u.ä. beschäftigen.

Es gibt kaum ein Protokoll aus den Ortsbeiräten, in denen nicht eklatante Mängel beschrieben werden. Angefangen von nicht gepflegten Grünanlagen, maroden Straßen und Gehwegen bis hin zu kaputten Brücken wie zuletzt die Verbindungsbrücke vom Vulkanradweg nach Heegheim.

Leider fehlt mir wie bei allen anderen Themen der rote Faden bzw. ein schlüssiges Gesamtkonzept. Vieles kommen erst auf den Tisch, wenn es eigentlich schon zu spät ist und dann sollen wir die vom Bürgermeister vorgeschlagenen Lösungen mit dürftigen Informationen möglichst schnell durchwinken. Dieses Vorgehen widerstrebt mir zutiefst, da wir so eher selten gute und langfristige Lösungen umsetzen.

Für Sie als Bürger/-in sieht es dann vielleicht von außen so aus, als würden wir nichts entscheiden und alles (unnötig) hinauszögern. Das kann ich gut verstehen. Blickt man jedoch genauer hinter die Kulissen, dann erkennt man, dass wir nur versuchen, fundierte und langfrsitige Lösungen zu finden, die uns am Ende nicht noch mehr Geld oder/und Ärger kosten.

An dieser Stelle mal ein recht aktuelles Beispiel: Neubau einer Kita.

Das Thema hat sich ja nicht von heute auf morgen aufgetan, wurde aber erst dann erstmalig in die Tagesordnung aufgenommen, als schon diverse Eltern zeitnah keinen Platz für ihre Kinder bekommen haben.

Wir von der FDP haben dazu über mehrere Sitzungen hinweg aktuelle Planzahlen gefordert, wie sie auch in gut nachvollziehbaren Berichten in den Nachbarkommunen wie z.B. Büdingen vorliegen. Bekommen haben wir erst mal nur eine Handvoll Zahlen mit wenig Aussagekraft. Nach dem wir erneut um detailliertere Informationen gebeten haben, wurde uns ein riesen Bericht mit unzähligen Zahlen und Grafiken vorgelegt, die aber für einen Laien nicht nachvollziehbar sind. Also genauso wenig hilfreich für eine gute Entscheidungsfindung.

Parallel dazu hat der Bürgermeister auf eine Neubaulösung in Altenstadt direkt gedrängt, ohne uns aber darstellen zu können, warum gerade hier der größte Bedarf - auch für die Zukunft sein soll. Für uns logisch wäre es zumindest mit Blick auf das große Neubaugebiet eher in Oberau gewesen. Das dahinter durchaus andere Beweggründe liegen könnten, wie z.B. ein weiteres Neubaugebiet auf der anderen Seite der Landstraße Richtung Florstadt, ist natürlich rein spekulativ, aber durchaus möglich.

Letztlich haben wir - mit viel Bauchweh - einem Anbau in Altenstadt zugestimmt, um die Eltern nicht noch länger warten zu lassen. Die beste Lösung ist das aber sicher nicht, denn ich halte nichts von zu großen Einrichtungen. Das kann für kleine Kinder nicht das Beste sein, zumindest für meine wäre es nichts gewesen. Außerdem haben wir damit auch wieder die Chance verpasst, ein anderes Kita-Konzept als die bereits bestehenden auszuprobieren bzw. anzubieten. Aber so läuft das hier leider oft.

Aber ich gebe nicht auf, dies zumindest an manchen Stellen zu ändern. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und gerade in der Politik heißt es immer wieder, dass man dicke Bretter bohren muss, um an Ziel zu kommen.